In diesem Pilzblog werden meine Pilzfunde und sonstige pilzliche Aktivitäten in und um Straubing herum besprochen


Pilz des Monats Juli 2020: der Fransige Wulstling

 

Pilz des Monats Juli:Der Fransige Wulstling

 

Bildunterschrift: Der Fransige Wulstling ist ein stattlicher Pilz.

 

 

 

Der aktuelle Sommer ist sicherlich nicht der heisseste aber bestimmt ein Sommer nach dem Geschmack des Pilzsammlers. Immer wieder zieht ein neues Tiefdruckgebiet über die Region und bringt Regen mit sich. So lassen sich, im Gegensatz zu den letzten, sehr trockenen und heissen Sommern, bisher immer wieder Pilzfruchtkörper finden. Die meisten Pilze, wie auch unsere Wälder, leiden unter dem aktuellen Klimawandel. Sie sind häufigere und ergiebigere Niederschläge gewohnt. So gesehen haben wir aktuell einen „normalen“ Sommer wie früher. Schließlich ist unsere Natur in Deutschland so üppig und grün weil wir eigentlich im Sommer die meisten Niederschläge haben, das hat so mancher nach den letzten Dürre-Sommern leider vergessen.

 

Ein Profiteur des Klimawandels dagegen ist der wärmeliebende Fransige Wulstling (Amanita strobiliformis), wegen seiner Eigenschaft oft einzeln aufzutreten auch Einsiedlerwulstling genannt. Ursprünglich aus dem warmen Mittelmeergebiet stammend breitet er sich, wärme- und recht trockentolerant, immer mehr auch nördlich der Alpen aus. Hier bei uns findet man ihn als Mykorrhiza-Pilz meist mit Laubbäumen vergesellschaftet in Wäldern aber auch gerne in Gärten und Parks.

 

Er ist eine stattliche Erscheinung: der Hut ist bis 25 cm breit, weißlich mit weißen Flocken besetzt und am Rand hängen oft Velumreste herab, die „Fransen“ aus seinem Namen. Die Lamellen sind ebenfalls weiß, sind frei bis wenig angewachsen und besitzen eine feine, schartige Schneide. Auch der Stiel ist wie weißlich, 2-4 cm dick und bis zu 20 cm lang. Er besitzt eine rübenartige, knollige Stielbasis, die nicht bescheidet ist. Der Ring ist mehlig-flockig, an der Oberseite gerieft und ist oft unvollständig oder fehlt. Der Geruch schwankt von neutral bis hin zu angenehm nussartig, der Geschmack ist mild.

 

War der Fransige Wulstling früher eine Seltenheit den man deswegen eher schonen sollte so kann man diesen guten Speisepilz aktuell guten Gewissens einsammeln, er wird immer häufiger gefunden.

 

Aber Obacht! Es ist ja ein Pilz der Gattung Amanita, in der es von sehr giftigen Pilzen wie den Knollenblätterpilzen und dem Pantherpilz nur so wimmelt!

 

 

 

Deshalb: Wenn Sie nicht sicher sind ob Sie einen Fransigen Wulstling vor sich haben oder nicht dann fragen Sie bei Zweifeln lieber nach beim Pilzberater Dr. Klaus Breese aus Straubing. Tel. 0174 3039708.

 

 

 

 

 

Pilz des Monats Juni 2020: der Rotfussröhrling

 

Pilz des Monats: Der Rotfußröhrling

 

 

 

Bildunterschrift: Der Rotfußröhrling kann bei feuchter Witterung auch im Sommer gefunden werden.

 

 

 

Durch die Niederschläge der letzten Tage lohnt sich ein Rundgang durch den Wald, ob nicht schon der ein oder andere Pilz-Fruchtkörper zu finden ist. Aktuell sind schon Pfifferlinge, Täublinge, Perlpilze sowie verschiedene Röhrlinge wie der Sommersteinpilz oder der hier beschriebene Rotfußröhrling zu finden. Der Rotfußröhrling ist ein sehr beliebter Speisepilz, viele Sammler sind der Meinung dass er unbedingt Bestandteil der „richtigen Schwammerlbrühe“ sein muß. Und weil er eigentlich keine gefährlich-giftigen Doppelgänger hat.

 

Und er kann auch ziemlich leicht erkannt werden. Der Gemeine oder Echte Rotfußröhrling (Xerocomellus chrysenteron, Syn.: Boletus chrysenteron und Xerocomus chrysenteron), bisweilen auch Rotfüßchen genannt, ist eine Pilzart aus der Familie der Dickröhrlingsverwandten. Früher wurde er in die Gattung der Filzröhrlinge (Xerocomus) eingeteilt. Der Hut ist 2-8 cm breit, bräunlich, an Fraßstellen rötlich werdend. Die Huthaut ist feinsamtig-filzig, bei Trockenheit oft felderig aufbrechend. Die Röhren sind gelblich, bei Druck mehr oder weniger blauend. Der Stiel ist gänzlich oder zumindest im unteren Teil rötlich überzogen. Das Fleisch ist gelblich, auch mehr oder weniger blauend, der Geschmack leicht säuerlich. Die Fruchtkörper wachsen von Juni bis November, vorwiegend auf sauren bis neutralen Böden, gerne bei Fichten aber auch bei Laubbäumen. Er ist also im Bayerwald bei feuchter Witterung ein häufig anzutreffender Pilz.

 

Obacht auf den oft auftretenden Schimmel bei den „Rotfüsschen“.Schon mehrfach bekam ich einen Korb voll Rotfüsschen vorgelegt die am Tag vorher gesammelt wurden aber schon komplett von Schimmel überzogen waren. Pilze die sich nach dem Zusammendrücken nicht mehr ausdehnen sind nicht mehr essbar! Schimmel bewirkt Lebensmittelvergiftungen, man schätzt dass ein Drittel der „Pilzvergiftungen“ gar keine Pilzvergiftungen sind, sondern Lebensmittelvergiftungen weil verschimmelte oder sonst allzu alte Pilze verzehrt wurden. Noch dazu kommt dass die Rotfüsschen oft vom gelben, sogenannten Goldschimmel befallen werden. Dieser Golschimmel ist giftig! Also: Hände weg von alten Pilzen, Pilze die leicht vom Schimmel befallen werden noch am selben Tag zubereiten. Ist auch nur an einer kleinen Stelle Schimmel sichtbar dann den ganzen Pilzkörper nicht mehr verwerten. Ist der Schimmel erstmal sichtbar so steckt der Schimmel schon im ganzen Pilz!

 

Aber nichts spricht dagegen einen schönen Korb junger und frischer Rotfüsschen zu einer wunderbaren Schwammerlbrühe zu verarbeiten. Es gibt eine Reihe weiterer Arten die zum Formenkreis des Rotfüsschens gehören. Diese unterscheiden sich durch mehr Rot im Hut, mehr Gelb in den Röhren, unterschiedlich starkes Bläuen oder dickere, festere Wuchsform. Diese Arten haben Namen wie „Falscher Rotfuß-Röhrling“, „Herbstfußröhrling“, „Blutroter Röhrling“ und mehr. Das Gute ist: sie sind alle essbar.

 

 

 

 

 

Pilz des Monats April 2020: der Rissige Ackerling

 

Aktuell leidet der Pilzfreund genau wie der Landwirt, es ist einfach zu trocken für gutes Pflanzen- bzw. Pilzwachstum. Es bedarf jetzt einiger verregneter Tage damit die Pflanzen und auch die Pilze anfangen zu sprießen. In diesen Monaten fiebert der Pilzsammler natürlich den Morcheln entgegen aber auch der ein oder andere überraschende Fund läßt das Herz höher schlagen. So erreichen mich in dieser Jahreszeit auch immer wieder Telefonanrufe wegen und Handybilder mit Pilzen in oft großer Anzahl auf Äckern. Eine der Pilzarten die in dieser Zeit und in diesem Habitat vorkommen ist der Rissige Ackerling (Agrocybe dura), auch Weißer Ackerling genannt. Auf Wiesen, in Parkanlagen, auf Grünstreifen aber insbesondere auf Äckern mit Senf oder Raps als abgestorbener Winterbegrünung taucht der Rissige Ackerling teils in großer Zahl auf. Er ist licht- und trockenliebend sowie tolerant gegenüber Stickstoff im Boden. Interessanterweise enthält der Pilz das Antibiotikum Agrocybin.

 

Der Rissige Ackerling ist ein mittelgroßer Pilz und erinnert von weitem an einen weißen Champignon, der Wiesenchampignon kann durchaus zeitgleich mit dem Rissigen Ackerling auftreten. Der Hut ist weißlich bis gelblich, zwischen ca. 2 – 10 cm breit, am Rand teils mit herabhängenden Velumresten. Bei Trockenheit reißt der Hut felderig-rissig auf was zu seinem Namen führte. Die Lamellen sind am Stiel angewachsen, von der Farbe her zunächst beige oder violettgrau, später tabakbraun oder erdbraun aber nicht so rosa bis schokoladenbraun wie bei den Champignons. Der Stiel ist weißlich, etwas flockig und besitzt eine schwach ausgebildete Ringzone. Das Fleisch ist fest, der Geruch ist kakaoartig oder schwach mehlig, im Anschnitt wie zerdrücktes Gras. Der Geschmack ist mild bis schwach mehlig. Er erscheint vom Frühjahr bis in den Sommer, gegen Spätherbst immer seltener. Er ist ein Speisepilz und sollte, wie alle Pilze, bei der ersten Zubereitung zunächst in geringer Menge probiert werden. Zu beachten ist in diesem Fall auch ob der Acker bzw. angrenzende Äcker eventuell mit Pestiziden bearbeitet wurden, dann ist natürlich von einem Genuß dieses Pilzes abzuraten.

 

Der Rissige Ackerling läßt sich mit einigen anderen Arten verwechseln wie dem Voreilenden Ackerling (eßbar) oder dem Krönchenträuschling (giftig).

 

Deshalb: Wer sich bei der Bestimmung des Pilzes nicht sicher ist, kann sich an den Straubinger Pilzberater Dr. Klaus Breese Tel. 0174 3039708 wenden.

 

Pilz des Monats November 2019 - der Grünspanträuschling

 

Auf der Suche nach Steinpilz, Zigeuner und Reherl begegnet der Pilzsammler so manchem Pilz dessen Aussehen ihn staunen läßt. Zu diesen Pilzen gehört der Grünspanträuschling (Stropharia aeruginosa). Das Blaugrün des Hutes dieses im Spätherbst erscheinenden Pilzes ist einzigartig, der Fruchtkörper eine wahre kleine Schönheit unserer Wälder. Es gibt also nicht nur Pilze für wahre Gaumenfreuden sondern auch Pilze die einen wahren Augenschmaus darstellen. Die Schönheit der Natur als Nahrung für unsere Seele.

 

Wer den Grünspanträuschling einmal gefunden hat wird sein Erscheinungsbild daher nicht so schnell vergessen. Der Hut ist ca. 15-60 mm breit, in der Jugend halbkugelig und schirmt später auf. Der Hut ist schleimig, klebrig und besitzt weiße Flocken die aber auch vom Regen abgewaschen sein können. Der schlanke Stiel (2-8 cm lang) ist weiß mit blauen Tönen und besitzt einen Ring. Oberhalb des Ringes ist der Stiel glatt, unterhalb weißflockig. Bei oberflächlichem Beschau könnte man den Grünspanträuschling als blaugrüne Variante eines kleinen Fliegenpilz halten. Aber spätestens ein Blick unter den Hut belehrt eines besseren. Die Lamellen sind in der Jugend gräulich und verfärben sich bis ins Alter ins Dunkelviolettbraune. Der Geruch ist etwas muffig, das Fleisch weiß mit leichten Blautönen und der Geschmack mild. Man traut sich gar nicht zu sagen dass dieses kleine Kunstwerk essbar ist. Als Mischpilz gut verwendbar wird der Geschmack des Pilzes als Einzelgericht verschieden beurteilt, von gut bis aufdringlich unangenehm. Manche Autoren halten ihn gar für giftig, was aber nicht belegt ist. Sollte man ihn sammeln empfiehlt es sich die klebrige Huthaut abziehen.

 

 

 

Wenn Sie nicht sicher sind ob Sie einen Grünspanträuschling vor sich haben oder nicht dann fragen Sie bei Zweifeln lieber nach beim Pilzberater Dr. Klaus Breese aus Straubing. Tel. 0174 3039708.

 

 

 

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Pilz des Monats Juli 2019 Krause Glucke

Pilz des Monats Juli: Die Krause Glucke

 

Bildunterschrift: Die Krause Glucke ist ein guter Speisepilz der gerne am Fuß einer Kiefer wächst.

 

 

 

Straubing: Der Erstfund einer Krausen Glucke (Sparassis crispa) löst immer Verwunderung aus. Nicht selten wird der Pilz gar nicht als Pilz erkannt, ähnelt sein Aussehen doch eher einem Badeschwamm als einem „normalen“ Pilz mit Stiel und Hut. Erklärt man dem staunenden Betrachter dann auch noch dass es sich bei der Krausen Glucke um einen schmackhaften Speisepilz handelt wird das Unglauben oftmals noch größer. So etwas soll man essen können? Ja, man kann und die Krause Glucke gehört zu den Lieblingspilzen des Autors dieser Zeilen. Manch Pilzfreund scheut auch die in seinen Augen aufwendige Säuberung dieses Pilzes. Ich empfehle folgendes Vorgehen: zunächst wird der Pilz im Ganzen oder in grobe Stücke geteilt auf der Terrasse liegengelassen auf dass alle tierischen Bewohner flüchten können bevor es an die weitere Säuberung geht. Dazu zerzupfe ich den Pilz in grobe Stücke und wasche ihn unter fließendem Wasser auf das alle Verunreinigungen weggespült werden. Die Krause Glucke ist der einzige Pilz den ich gründlich mit Wasser abwasche denn dieser Pilz nimmt aufgrund seiner elastischen, etwas gummiartigen Konsistenz kein Wasser auf. Mein Lieblingsrezept: Gebratene Krause Glucke (wahlweise mit ausgelassenem Speck) mit in Scheiben geschnittenem Lauch in Sahne 5-10 min köcheln lassen und zusammen mit Nudeln der Wahl genießen.

 

Wer die Krause Glucke finden möchte sucht am besten in einem Wald mit hohem Kiefern-Anteil da dieser Pilz ein typischer Schmarotzer von Kiefern ist. Stets wächst er am Fuß oder in der Nähe des Stammes der lebenden Kiefer oder auch eines Kiefern-Baumstumpfes. Er wächst auch in recht trockenen Zeiten da er die für sein Wachstum benötigte Feuchtigkeit wohl aus der Kiefer „abzweigt“. Die Fruchtkörper, die so groß wie ein Fußball oder noch größer werden können erscheinen ab Juli/August bis in den Herbst hinein.

 

 

 

Durch das badeschwammartige Aussehen, die feste Konsistenz, den angenehm pilzigen Geruch und Geschmack läßt sich die Krause Glucke sehr charakteristisch beschreiben. Aber wie immer sollte man sich beim ersten Sammeln von einem kundigen Pilzfreund oder einem Pilzberater bestätigen lassen dass es sich um eine Krause Glucke handelt. Es gibt nämlich z.B. die nahe verwandte Breitblättrige Glucke ,deren Speisewert zumindest umstritten ist oder korallenartige Pilze die durchaus giftig sein können und mit denen sie der Anfänger verwechseln kann.

 

 

 

Wenn Sie nicht sicher sind ob Sie eine Krause Glucke vor sich haben oder nicht dann fragen Sie bei Zweifeln lieber nach beim Pilzberater Dr. Klaus Breese aus Straubing. Tel. 0174 3039708.

 

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Winterpilzexkursion und Frostschneckling

September-Pilze 2018

Trotz des sehr trockenen Sommers kann man aktuell doch so einiges an Pilzen in Wald und Flur finden. Anbei ein paar Impressionen.

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Pilz des Monats September: Der Kahle Krempling


Straubing: Dieser Pilz ist der beste Beweis dass sich der Schwammerlsucher nicht nur auf das geerbte Pilzbuch der Oma verlassen soll, sondern alle paar Jahre ein neues Pilzbuch kaufen und lesen sollte. Früher war der Verkahlende oder kurz Kahle Krempling (Paxillus involutus) ein Marktpilz, man konnte ihn also käuflich erwerben und viele ältere Pilzsammler erinnern sich an häufige Kremplingsmahlzeiten in ihrer Jugend und auch noch später. Schon damals war bekannt dass der Pilz roh sehr giftig ist und er nur nach ausreichendem Erhitzen genossen werden kann. Vor einigen Jahren landete eine fünfköpfige Familie in Passau auf der Intensivstation nach dem Genuß nicht ordentlich erhitzter Kahler Kremplinge. Und seit einigen Jahren ist bekannt dass auch der Genuß des ausreichend erhitzten Pilzes das Risiko einer tödlichen, allergischen Reaktion beinhaltet, dem sogenannten Paxillus-Syndrom. Nach erstmaligem Genuß des Pilzes bildet der Körper Antikörper gegen bestimmte antigene Substanzen des Pilzes. Und bei wiederholtem Genuß des Pilzes, dieser kann auch erst Jahre später erfolgen, kann (muß aber nicht, das ist eine individuelle Reaktion) es zu der potentiell tödlichen, allergischen Reaktion kommen. Die Antikörper verbinden sich mit den Antigenen des Pilzes, lagern sich an die Oberfläche der roten Blutkörperchen und bringen diese zum Platzen. Eine sogenannte Hämolyse beginnt und kann in schweren Fällen zum Tode führen. Wer weiß wie viele Menschen früher Opfer dieser allergischen Reaktion gewesen sind bevor man diese als solche überhaupt erkannt hat?

Der Kahle Krempling ist ein recht häufiger Mykorrhizapilz der vor allem in sauren Nadelwäldern wie dem Bayerwald vorkommt. Er kann aber auch in Laubwäldern oder Parks gefunden werden, bei geeigneten Bedingungen (Feuchtigkeit) von Frühjahr bis Herbst. Charakteristisch ist der lange eingerollte Hutrand, daher der Name Krempling. Die Hutoberfläche ist bräunlich, bei Trockenheit leicht samtig, die Hutmitte ist später trichterförmig vertieft. Der Hut hat einen Durchmesser von bis zu ca. 15 cm, meist 5-10 cm. Die Lamellen zeigen gelbe bis braune Töne, bei Druck oder Schnitt zeigt sich schnell eine dunkelbraune Verfärbung. Charakteristisch ist auch, dass sich die Lamellen sehr leicht vom Hut ablösen lassen, z.B. bei Druck mit dem Fingernagel. Die Lamellen laufen weit am Stiel herab. Der Stiel ist 3-8 cm lang, 1-3 cm dick, gelb-bräunlich und auch bei Druck verfärbend. Der Geruch ist leicht säuerlich, das Fleisch ist hell aber dunkelt schnell nach. 


Wenn Sie nicht sicher sind ob Sie einen Kahlen Krempling vor sich haben oder nicht dann fragen Sie bei Zweifeln lieber nach beim Pilzberater Dr. Klaus Breese aus Straubing. Tel. 0174 3039708.


Pilz des Monats August: der Samtfußkrempling

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Pilz des Monats Februar: Schmetterlingstramete

 

Pilz des Monats Februar:

 

Die Schmetterlingstramete: Dekopilz, Heilpilz und Umweltengifter

 

Bildunterschrift: Von dem schmetterlingshaften Aussehen seiner Fruchtkörper hat der Pilz seinen Namen (Foto:Meindl)

 

Wer jetzt durch den winterlichen Wald spazieren geht, kann an Laubholzstümpfen die Schmetterlingstramete (Trametes versicolor) entdecken. Es sind dünnfleischige , auffallend samtige zonierte, weißfleischige Fruchtkörper , die wie Blumenrosetten aussehen. Die Farbpalette reicht von blauschwarz, grünschwarz, rotschwarz. Dazwischen sind hellere, bräunliche Zonen. Der Hutrand ist weiß. Auf der Unterseite befindet sich eine weiße bis cremefarbene Röhrenschicht. Obwohl die Schmetterlingstramete nicht giftig ist, kann man sie nicht essen denn dafür ist sie viel zu zäh und geschmacklos. Gelegentlich sieht man diesen sehr schönen Pilz in floristischen Gestecken sowie auf Kunsthandwerker-und Christkindlmärkten. Was die Schmetterlingstramete aber besonders interessant macht, sind seine pharmakologisch wirksamen Inhaltstoffe. Die Schmetterlingstramete ist vermutlich der bestuntersuchte Pilz überhaupt. Seine Wirkung ist durch zahlreiche Studien und Forschungsreihen belegt. Vor allem in Asien werden zahlreiche Medikamente daraus hergestellt und bei einer ganzen Reihe von bösartigen Erkrankungen (Magen, Brust, Bauchspeicheldrüse, Darm, Lungen, Mund- und Rachenkrebs) eingesetzt. Die Inhaltstoffe stimulieren das Immunsystem und führen zum Absterben von Krebszellen. Sie wirken antiviral, werden zur Grippevorsorge, zur begleitenden Therapie bei Hepatitis und HIV- Infektionen eingesetzt. In asiatischen Ländern wird dieser Heilpilz zusätzlich bei der Chemo- und Strahlentherapie verwendet. Die kombinierte Anwendung soll das Immunsystem schützen und hat zur Folge, dass die herkömmliche Krebstherapie besser vertragen wird. Es erhöht sich der Behandlungserfolg und die Lebensqualität des Patienten. Da der dekorative Pilz bei uns in freier Natur an feuchten Stellen auf Baumstümpfen und Ästen häufig anzutreffen ist, kann man sich damit leicht selbst versorgen. Die Fruchtkörper sind verwendbar, solange die Poren weiß sind und sich auf der Oberseite keine Flechten und Moose befinden. Getrocknet und als Tee zubereitet kann man die Schmetterlingstramete als Erkältungstee versuchen, zur Geschmacksverbesserung kann man Honig oder einen anderen Kräutertee beigeben. Lagern sollte man den Pilz am besten gut getrocknet in einem dichten Glas, da dieser leicht von Käfern und Motten befallen wird. Neben der medizinischen Anwendung enthält der Pilz aber auch Inhaltstoffe, die von technischen Interesse sind. Der Pilz produziert Enzyme, die man nutzt um umweltbelastende Chemikalien in ihre Grundbausteine zu zerlegen. Möglicherweise kann die Schmetterlingstramete in Zukunft bei der Sanierung kontaminierter Böden oder von belasteten Abwasser Hilfe leisten. In der früheren DDR nutzte man die Schmetterlingstramete zur Herstellung von „Mycoholz“. Unter bestimmten Bedingungen verändert der Pilz die Struktur des Holzes derart, dass es nach der Behandlung formstabil bleibt. Mycoholz eignet sich zur Herstellung von Stiften, Linealen und anderen Zeichengeräten. Der Pilzbefall ändert das Wasserhaltevermögen des Holzes, weshalb es gerne zur Herstellung von Formen für die Glasindustrie benutzt wurde. 

 

Spätherbst-Schwammerl

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Pilz des Monats Juli - der Klebrige Hörnling

 

Pilz des Monats Juli:

 

Der orange Ziegenbart heißt eigentlich Klebriger Hörnling

 

 

 

Wer bei Trockenheit von Juni bis Ende November in den Wald geht, wird sicherlich als erstes den Klebrigen Hörnling mit dem wissenschaftlichen Namen „Calocera viscosa“ finden. Durch seine kräftig orange Farbe leuchtet er dem Schwammerlsucher meistens schon von Weiten entgegen.

 

Der Fruchtkörper ist 3-6 cm hoch, durch den Carotinoin-Gehalt dottergelb bis leuchtend orangegelb gefärbt. Er ist keulenförmig mit spärlichen geweihartigen Verzweigungen oder ist scheinbar korallenartig verwachsen und mit klebriger-schlüpfriger Oberfläche. Diese Oberfläche trägt die Fruchtschicht mit Sporen.

 

Die Konsistenz ist zähgummiartig, unzerbrechlich und kaum zerreißbar. Bei Trockenheit wird der Fruchtkörper hornartig und dunkler orangerot. Er quillt bei feuchter Witterung wieder auf.

 

Man findet den Klebrigen Hörnling an abgestorbenen morschen Nadelholz und häufig an bemoosten Fichten- und Kiefernstümpfen. Zeitweise ist er als Massenpilz zu beobachten.

 

Häufig wird diese Art von Sammlern für einen Korallenpilz gehalten was er aber nicht ist. Der Klebrige Hörnling gehört zu den Gallerttränenpilzen und ist mit den Korallenpilzen nicht verwandt.

 

Der Verzehr ist im Gegensatz zu einigen echten Korallenpilzen unschädlich. Für eine Hörnlings-Pilzsuppe ist er allerdings nicht geeignet, da er fast keinen Pilzgeruch und Geschmack hat. Kenner verwenden ihn daher eher im Rohzustand in geringen Mengen zur Garnierung von Pilzgerichten, indem sie ihn wie Petersilie darüber streuen. Verwechseln kann man den Klebrigen Hörnling mit dem kleineren „Pfriemförmigen Hörnling“ aber auch dieser ist ungiftig. Wer sich bei der Bestimmung des Pilzes nicht sicher ist, kann sich an den Straubinger Pilzberater Dr. Klaus Breese Tel. 0174 3039708 wenden.

 

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Spargel-Morchelcremesuppe mit Wiesenschaumkraut und Schwefelporlings-Medallions

Zunächst die getrockneten Morcheln über Nacht einweichen. Am nächsten Tag den Spargel, ca. 750 g schälen und die Schälreste in ca. 2 Liter Wasser 20 min kochen. Währenddessen eine kleingeschnittene Zwiebel anrösten und die abgetropften Morcheln, ca. 300 g, mit anrösten, beiseite stellen. Spargelreste verwerfen, abschmecken und den kleingeschnittene Spargel , ca. 3 cm lang, zugeben und 15 min kochen. Spargel abgießen und Spargel wie auch Sud aufheben. Mehlschwitze herstellen und den Sud sowie die Morcheln und das restliche Morchelwasser dazugeben, 15 min köcheln lassen, dann Schuss Weißwein dazu und nochmal kurz aufkochen. 3 Esslöffel Saure Sahne mit 1Eigelb mischen, zugeben und nochmal 5 min köcheln, dann Spargel dazu und nochmal 5 min köcheln lassen. Über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag 1-2 Stunden in den Donauauen herumrennen um einen Schwefelporling zu finden der nicht in 5 Meter Höhe wächst. Vor Freude hinrennen, nicht aufpassen, in den Matsch fallen, Hose ruinieren und gerade so mit einer Hand festhalten bevor man in die Hochwasser-Donau fällt. Schwefelporling ernten und stolz und glücklich sein. Da im Gäuboden kein frisches Wiesenschaumkraut mehr wächst zusammen mit dem Topf Suppe und dem Schwefelporling hoch in den Bayerischen Wald fahren (800 m Höhe) und WiesenschaumkrautBlüten ernten. Suppe aufwärmen, 1-2 cm dicke Schwefelporling-Stücke kross anbraten, dazulegen, Wiesenschaumkraut drauf und fertig. Zubereitungszeit: 36 Stunden zuzüglich der Morchelsammelzeit (eigene Geschichte) und ca. 100 km Fahrt (zuzüglich Morchelsammelkilometer) also nicht gerade CO2 neutral.

Morchelzeit und Besuch in der Rosenau

Morcheln sammeln an der Isar und Besuch im Naturschutzgebiet Rosenau bei Mamming

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Ernte eines Heilpilzes: Die Schmetterlingstramete

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Winterpilzexkursion 2016

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Pilz des Monats November: Lilastieliger Rötelritterling

 

Pilz des Monats November: Der Lilastielige Rötelritterling

 

Der Lilastielige Rötelritterling ist ein typischer Pilz des Spätherbstes

 

 

 

Dingolfing/Landau/Straubing:

 

Derzeit erscheinen, kurz vor den ersten knackigen Frostperioden, noch einmal viele Pilze in unseren Wäldern, Parks und Grünflächen. Dass die „normale“ Pilzsaison langsam zu Ende geht erkennt man auch an dem teils massenhaften Auftreten einiger Pilzarten. Zu diesen Pilzarten gehört die bekannte Nebelkappe aber auch die verschiedenen lilafarbenen Rötelritterlinge. Bei den lilafarbenen Rötelritterlingen handelt es sich um gute Speisepilze auch wenn viele Pilzsammler schon allein bei der lila Farbe an Gift denken. Während der Violette Rötelritterling meist im Wald zu finden ist findet man den Lilastieligen Rötelritterling (Lepista saeva) meist auf Wiesen, teils gut versteckt unter dem Gras. Er besitzt einen 5-15 cm breiten Hut der (hell-)bräunlich gefärbt ist, dies ist der entscheidende Unterschied zum Violetten Rötelritterling, sonst sind sie sich sehr ähnlich. Die Lamellen sind weißlich-lila bis violettgrau gefärbt und relativ leicht vom Hut ablösbar. Der Stiel ist ebenfalls lila und manchmal unten etwas verdickt. Charakteristisch ist der wie parfümiert wirkende, süßliche Geruch. Der Geschmack ist ebenfalls leicht süßlich, fruchtig und sehr eigen weswegen der Lilastielige wie auch der Violette Rötelritterling bei einigen Pilzsammlern zu deren Lieblingspilzen gehören, andere wiederum diese Pilze gerade wegen ihres Geschmacks gar nicht mögen. Aber eine Kostprobe sollte man durchaus wagen! Selbstverständlich nur wenn Sie ganz sicher sind einen Rötelritterling vor sich zu haben und ausreichend durchgebraten.

 

Leider wird der Lilastielige Rötelritterling immer seltener sodaß er in einigen Regionen schon als Seltenheit zu schonen ist. Das hat zum einen damit zu tun dass es immer weniger Wiesen gibt und zum anderen dass die Wiesen immer häufiger intensiv gedüngt werden. Viele Pilze aber auch Pflanzen und Tierarten die auf diesen Lebensraum angewiesen sind werden daher immer seltener. Um auf diese negative Entwicklung hinzuweisen wurde der Lilastielige Rötelritterling von der DGFM (Deutsche Gesellschaft für Mykologie) zum Pilz des Jahres 2016 gewählt.

 

 

Wenn Sie nicht sicher sind ob Sie einen Rötelritterling vor sich haben oder nicht dann fragen Sie bei Zweifeln lieber nach beim PSV oder Pilzberater.

 

 

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Winterpilze sind da

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Exkursion mit Verkostung im Schloss Wiesenfelden

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Pilzexkursion in Zusammenarbeit mit der VHS

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Pilze im August

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Mitten in Straubing

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Die Hexen sind los

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Frühlingspilze

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Pilz des Monats März: der Zunderschwamm

Der Zunderschwamm kann das ganze Jahr hindurch an Laubbäumen, vor allem Buchen und Birken, gefunden werden
Der Zunderschwamm kann das ganze Jahr hindurch an Laubbäumen, vor allem Buchen und Birken, gefunden werden

 

Pilz des Monats: Der Zunderschwamm

 

 

Der Zunderschwamm ist kein Speisepilz, das merkt man bereits wenn man die Fruchtkörper von den Baumstämmen lösen möchte. Knüppelhart, wie man so schön sagt, sind die Fruchtkörper. Und nur schwer vom Baumstamm abzulösen, oftmals nur unter Gebrauch von Werkzeug.

 

 

 

Und dennoch handelt es sich bei diesem Pilz um ein sehr begehrtes Objekt, seit wahrscheinlich schon tausenden von Jahren. Denn, wie der Name schon andeutet, konnte aus ihm der begehrte „Zunder“, das getrocknete, faserige Fleisch des Pilzes, hergestellt werden. Vergleichbar mit dem heutigen Streichholz, das etwa 1840 erfunden wurde konnten unsere Vorfahren dadurch ihr Feuer sozusagen auf Reisen mitnehmen. Mit Hilfe von Mineralien wie Pyrit und Quarz wurde durch Schlagen ein Funken erzeugt mit dem der Zunder (oftmals mit Salpeter getränkt) entflammt wurde. Mit weiterem trockenen Pflanzenmaterial konnte so ein Feuer entfacht werden, eine in früheren Zeiten lebenswichtige Kunst. Daher auch die Redensart etwas „brennt wie Zunder“. Der Gebrauch von Zunder lässt sich bis in die Steinzeit zurückverfolgen. Auch bei der Gletschermumie „Ötzi“ wurde Zunder und Pyrit gefunden. Wie wichtig die Zunderproduktion in früheren Zeiten in waldreichen, industriearmen Regionen war zeigt die Tatsache dass im Jahre 1875 alleine in der Gemeinde Todtnau (Schwarzwald) 40 Tonnen Zunder hergestellt wurden. Früher wurden auch verschiedene Kleidungsstücke wie Mützen oder Westen aus dem Zunderschwamm hergestellt.

 

 

 

Der Zunderschwamm (Fomes fomentarius) ist ein Parasit lebender Bäume, meist Buche oder Birke, er bewirkt eine intensive Weißfäule. Nach dem Absterben der Bäume wächst der Pilz noch lange Zeit saprob (zersetzend) weiter. Die konsolenförmigen, oftmals hufförmigen Fruchtkörper sind mehrjährige Gebilde und können im Durchmesser bis zu 30 cm erreichen. Die krustige Oberseite ist hellgrau oder blass bräunlich gefärbt und fein zoniert. Die Röhren auf der Unterseite haben eine braune Farbe und sind oft mehrfach geschichtet. Die Porenmündungen sind jung weiß bis hellgrau und bei Berührung braun verfärbend, später dunkelgrau oder bräunlich. Das Fleisch kann als zäh aber nicht völlig aushärtend beschrieben werden, frisch mit einem intensiven Geruch nach Gurke oder Wassermelone. Das Fleisch bildet nahe der Anwuchsstelle einen charakteristischen ca.10-20 mm dicken, weicheren, grob marmorierten Kern.

 

 

 

Früher wurde der Zunder bis ins 19. Jahrhundert in Apotheken als blutstillende Wundauflage unter der Bezeichnung Fungus chirurgorum (sog. Wundschwamm) verkauft. Er wurde früher in der traditionellen Volksmedizin innerlich bei Blasenleiden, schmerzhaften Regelblutungen und Hämorrhoiden eingesetzt. Die traditionelle chinesische Medizin setzt ihn gegen Lungenerkrankungen, Asthma und Magenverstimmungenein und empfiehlt ihn bei verschiedenen Krebsarten.

 

 

 

Verwechseln läßt sich der Zunderschwamm mit anderen holzbewohnenden Pilzen wie z.B. den Feuerschwämmen. Sie unterscheiden sich durch ihre feste, holzartige Konsistenz mit nicht eindrückbarer Hutkruste, die Fruchtkörper sind auch flacher und nicht hufeisenförmig. Darüber hinaus besteht eine Ähnlichkeit mit dem rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis pinicola), der allerdings meist an Nadelholz zu finden ist und eine hellere Trama und nicht verfärbende Poren aufweist. Junge Fruchtkörper könnten auch mit dem flachen Lackporling verwechselt werden. Diesem fehlt aber das typisch marmorierte Fleisch und das Wachstum geht sehr viel mehr in die Breite.

 

 

 

Daher lieber zuerst noch mal genau im Bestimmungsbuch nachlesen und bei Zweifeln den Pilzberater Dr. Klaus Breese aus Straubing kontaktieren. Tel. 0174 3039708.

 

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Pilz des Monats - Pfirsichtäubling

 Durch seinen gelben Hut ist der Pfirsichtäubling leicht im Wald zu finden
Durch seinen gelben Hut ist der Pfirsichtäubling leicht im Wald zu finden

Pilz des Monats: Der Pfirsichtäubling


Dingolfing-Landau: Der Pfirsichtäubling (Russula violeipes) - er wird auch Violettstieliger Täubling genannt - ist ein ausgezeichneter und besonders schöner Speisepilz. Normalerweise erscheint er schon Ende Juni und kommt bis in den Oktober vor. Heuer ist bisher ein ausgesprochen schlechtes Schwammerljahr, es war viel zu warm und zu trocken. Der September und der Oktober könnten, wenn das Wetter mitspielt, aber noch gute Pilzmonate werden.

Der Pfirsichtäubling hat einen vier bis acht cm breiten Hut, jung ist dieser halbkugelig, dann gewölbt bis ausgebreitet, zuletzt mit niedergedrückter Mitte, die Oberfläche ist feinsamtig und trocken. Die Hutfarbe ist jung hell schwefelgelb, dann gelb, gelbgrün, lila getönt, später oft violettpurpurn überlaufen. Der Rand ist nicht gerieft, die Huthaut ist teilweise abziehbar. Die Lamellen sind jung weiß, später cremefarbig bis schwefelgelb, alt strohgelb. Der Stiel ist zylindrisch, an der Basis etwas verjüngt, jung weiß, später violett überhaucht. Das Fleisch ist weiß, hart und brüchig und schmeckt mild. Der Geruch ist beim jungen Pilz fruchtig, der ältere Pilz riecht leicht nach Krabben oder Hering.

Der Pfirsichtäubling wächst auf sauren Böden . Er ist ein Mykorrhiza-Pilz, das heißt, er braucht zum Wachsen einen Baumpartner, mit dem er Wasser und Mineralien gegen Kohlenhydrate austauscht. Am liebsten geht er mit der Buche, manchmal auch mit der Fichte, eine Verbindung ein.

Der Pfirsichtäubling kann eigentlich nur mit anderen Täublingen verwechselt werden. Nach der "Täublingsregel" sind alle mild schmeckenden Täublinge essbar, dazu probiert man ein kleines Stück. Die Probe aber nicht schlucken, sondern ausspucken, denn roh sind alle Wildpilze giftig. Diese Regel darf nur angewendet werden, wenn es sich mit Sicherheit um einen Täubling handelt. Stark giftige Pilze dürfen keinesfalls probiert werden. Der Pfirsichtäubling ist standorttreu und ist in den Wäldern des Landkreises regelmäßig zu finden. Trotzdem, auch wenn Täublinge eher zu den unproblematischen Pilzen hinsichtlich Giftigkeit zählen, darf man nicht leichtsinnig beim Sammeln werden.

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Es geht langsam los mit den Pilzen

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Pilz des Monats - der Frauentäubling

Aktuell sind in Niederbayern aufgrund der langanhaltenden Trockenheit fast keine Pilze zu finden. Aber da der Frauentäubling (Russula cyanoxantha) mit zu den ersten Pilzen im Jahr gehört konnte er schon im Mai/Juni gefunden werden. Wenn es jetzt wieder feuchter wird, wird auch dieser Pilz häufig anzutreffen sein. Der Frauentäubling gehört zu den Täublingen, einer Pilzgruppe mit Lamellen und sehr brüchigem Fleisch. Im Gegensatz zu den meisten anderen Pilzen zerbrechen die Stiele der Täublinge unter Druck wie eine Möhre, d.h. sie brechen einfach ab. Bei den meisten anderen Pilzen geben die Stiele wegen der Längsfaserigkeit zunächst nach und brechen dann an der Verbindung zum Hut ab. Und die Lamellen der meisten Täublinge zersplittern sehr leicht wenn man mit etwas Druck mit dem Finger über sie fährt. Bei den meisten anderen Pilzen geben die Lamellen nach, wie die Seiten eines Busches. Genau das ist beim Frauentäubling auch der Fall: seine Lamellen sind für einen Täubling recht weich und splittern nicht bei leichtem Druck sondern geben nach.

Viele Pilze verfügen über mehr oder weniger eindeutige Farben. So ist es nicht beim Frauentäubling, Violetttöne herrschen zwar vor aber alle Töne über Blau, Grün bis hin zu Gelb und alle Mischfarben sind möglich, oft sogar bei Fruchtkörpern die nahe beieinander wachsen. Die Lamellen sind weiß und weich, der Stiel walzenförmig, an der Basis meist zugespitzt und ohne Ring oder Volva. Der Hut ist 5-15 cm breit, jung halbkugelig, später dann flach gewölbt. Die Huthaut ist vom Rand her bis ca. 1/3 abziehbar, sie ist nicht feldrig aufreißend. Der Geschmack ist mild und durch das feste Fleisch ist der Frauentäubling ein ausgezeichneter Speisepilz. Junge Exemplare besitzen eine leicht nussartige Geschmackskomponente. Im Alter wird der Pilz schwammig und der Befall mit Maden nimmt stark zu.


Täublinge sind Mykorrhiza-Pilze. Der Frauentäubling lebt in Symbiose mit Buchen oder Fichten und läßt sich in fast allen Waldarten finden, gerne auf Kalkböden aber auch auf saurem Boden im bayerischen Wald.

Verwechslungsmöglichkeiten: Wegen der manchmal grünlichen Hutfarben und weißen Lamellen könnte man einen grünen Frauentäubling mit einem grünen Knollenblätterpilz verwechseln, dieser ist bekanntlich sehr giftig. Das brüchige Stielfleisch und der fehlende Ring und Volva sollten aber auffallende Unterschiede sein. Eine Verwechslung mit anderen Täublingsarten erscheint schon wahrscheinlicher, es gibt immerhin ca. 200 Arten alleine in Deutschland. Viele Täublingsarten lassen sich nur mithilfe des Mikroskops oder durch chemische Reaktionen unterscheiden. Hier hilft aber die sogenannte „Täublingsregel“: Wenn man ein kleines Stück des rohen Täublings probiert und es schmeckt scharf handelt es sich um eine ungenießbare oder giftige Art, ist der Geschmack mild ist er genießbar. Diese Regel gilt ausschließlich für Täublinge und darf bei anderen Pilzgattungen nicht angewendet werden!

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Pilz des Monats: der Speisetäubling

Fleischfarbige Huthaut, Weißer Stiel ohne Ring und Knolle, Weiße Lamellen, brüchiges Fleisch und milder Geschmack sind die Hauptkennzeichen des Speisetäublings.
Fleischfarbige Huthaut, Weißer Stiel ohne Ring und Knolle, Weiße Lamellen, brüchiges Fleisch und milder Geschmack sind die Hauptkennzeichen des Speisetäublings.

Pilz des Monats Juli: Der Speisetäubling

Bildunterschrift: Fleischfarbige Huthaut, Weißer Stiel ohne Ring und Knolle, Weiße Lamellen, brüchiges Fleisch und milder Geschmack sind die Hauptkennzeichen des Speisetäublings.


Dingolfing/Landau/Straubing: Zur Zeit ist es noch zu trocken, aber wenn es wieder mehr regnet und der Waldboden mit Feuchtigkeit versorgt wird, erscheint er als einer der ersten Speisepilze in unseren Wäldern. Täublinge sind Pilze mit hellen Lamellen und sehr brüchigem Fleisch. Einer der bekanntesten unter ihnen ist der Speisetäubling (Russula vesca), ein sehr guter Speisepilz. Er gehört zu den leicht verdaulichen Pilzarten. Bei der Zubereitung bleibt sein Fleisch weiß und fest, er schmeckt mild-nussartig.

Gut ist der mittelgroße Pilz an seiner Hutfarbe zu erkennen, die an rohes mageres Schweinefleisch erinnert. Die Huthaut reicht meist nicht bis zum Hutrand, so dass dann ein weißer Rand entsteht, sie lässt sich leicht bis etwa zur Mitte abziehen. Der Speisetäubling hat weiße Lamellen, oft sind sie rostbräunlich gefleckt. Der Stiel ist weiß, zylindrisch, an der Basis charakteristisch zugespitzt und dort oft braunfleckig. Das Pilzfleisch ist besonders fest und brüchig, der Stiel lässt sich nicht biegen, er bricht beim Versuch quer durch. Auch die Lamellen brechen, wenn man mit dem Finger darüber streicht.

Täublinge sind Mykorrhiza-Pilze. Sie leben in Symbiose mit verschiedenen Baumarten. Der Speisetäubling wächst unter Eichen, Rotbuchen, Kiefern und Fichten. Von Juli bis Oktober ist er in unserer Gegend häufig zu finden.

Täublinge können bereits im Wald getestet werden, wenn man ein kleines Stück probiert. Sie schmecken entweder mild, scharf oder bitter. Alle mild schmeckenden Täublinge sind essbar.

Der Speisetäubling ist leicht erkennbar, beachtet man die beschriebenen Merkmale, kann er nicht mit einem Giftpilz verwechselt werden. Versierte Speisepilzsammler sollten nicht achtlos an ihm vorbei gehen, er wertet jedes Pilzmischgericht auf.Trotzdem, auch wenn Täublinge eher zu den unproblematischen Pilzen hinsichtlich Giftigkeit zählen, darf man nicht leichtsinnig beim Sammeln werden.



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Pilz des Monats Juni: Flockenstieliger Hexenröhrling

Pilz des Monats: Der Flockenstielige Hexenröhrling


Bildunterschrift: Der Flockenstielige Hexenröhrling, auch Schusterpilz oder Zigeuner genannt, kann bei passenden Witterungsverhältnissen schon im Juni gefunden werden.


Auf den ersten Blick erscheint dem unerfahrenen Pilzsammler dieser Pilz nicht besonders einladend. Mit seinen leuchtend roten Poren und dem intensiven Blauen des Fleisches bei Verletzung wirkt der Pilz wahrlich ein bisschen unheimlich und der Name „Hexenröhrling“ trägt auch nicht direkt zur Beruhigung bei.


Dabei ist genau das Gegenteil der Fall! Der Flockenstieligen Hexenröhrling (Neoboletus luridiformis) gehört zwar zu den roh giftigen Pilzen aber ausreichend gekocht oder gebraten ist der festfleischige Pilz sehr wohlschmeckend. Es handelt es sich um einen wahren Leckerbissen der dem Steinpilz zumindest ebenbürtig ist, sich auch sehr gut zum Trocknen eignet und nicht so sehr von Maden befallen wird wie viele andere Röhrlinge. Man findet ihn von Juni bis Oktober, vorzugsweise auf sauren Böden bei Fichte, seltener unter anderen Nadelbäumen und gelegentlich auch bei Buchen oder Linden.


Der Hut des teils sehr stattlichen Pilzes kann bis 20 cm breit werden und ist meist dunkelbraun. Die Bezeichnung „Schusterpilz“ entstand wegen der wildlederartigen Oberfläche des Huts. Die Röhren sind gelb und haben rote Mündungen (Poren) die sich bei Berührung sofort schwarzblau verfärben. Der Stiel ist auf gelblichem Grund dicht mit karminroten Schüppchen bedeckt, es ist keine Netzstruktur erkennbar. Der Stiel ist dick, fest und wie auch das Hutfleisch bei Verletzung sofort dunkelblau verfärbend. Das Fleisch verfärbt sich in der Pfanne zunächst schwarz, dann wird es wieder gelb.


Für die Blaufärbung bei Druck oder Beschädigung des Pilzes sind enzymatische Oxidationsreaktionen verantwortlich die auch bei anderen Pilzen wie z.B. den Maronenröhrlingen, beobachtet werden können. Die Blauverfärbung ist also kein Zeichen von „Hexenmagie“ oder Giftigkeit sondern ein an sich harmloser Effekt. Es gilt hier sogar die Regel: Alle blauverfärbenden Röhrlinge ohne Netzzeichnung am Stiel sind essbar.


Damit wären wir auch schon bei den Verwechslungsmöglichkeiten: Der Netzstielige Hexenröhrling (Suillellus luridus) hat, wie der Name schon sagt, eine deutliche Netzzeichnung am Stiel, besonders im oberen Bereich kurz unter dem Hut. Er ist nach ausreichender Erhitzung essbar und ein durchaus beliebter Speisepilz. Der giftige Satansröhrling (Rubroboletus satanas)hat ebenfalls rote Poren und läuft bei Druck leicht blau an, die Blauverfärbung ist aber nicht so stark und schnell, der Hut ist meist heller und der Stiel besitzt ein hellgelbliches bis rotes Netz. Der Geruch wird im Alter unangenehm aasähnlich. Er wächst gerne auf Kalk und ist ein eher seltener Pilz. Er verursacht schwere Magen-Darm-Erkrankungen mit heftigem Erbrechen.


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Pilz des Monats



Bild und Text von meinem Pilzfreund Heiner Wälischmiller.


Der Voreilende Ackerling wächst oft büschelweise auf Rindenmulch

 

 

Wer zu dieser Jahreszeit auf Pilzsuche geht, ist meist in den Auwäldern auf Morchelsuche anzutreffen. Doch auch in unseren Nadelwäldern erscheinen jetzt die ersten Frühjahrspilze. Der Voreilende Ackerling (Agrocybe praecox) ist nicht nur in Laub- oder Fichtenwäldern, insbesondere auf deren Waldwegen, sondern auch in Gärten, Parks, auf Rindenmulch und Ruderalstellen zu finden.

 Der Voreilende Ackerling ist vor allem im Frühjahr bis zum Sommeranfang, jedoch vereinzelt noch bis in den Spätherbst anzutreffen. Sein Hut hat etwa drei bis acht Zentimeter Durchmesser, ist strohgelb, gelbgrau bis milchkaffeebraun, die Mitte ist etwas dunkler und der Rand lange eingerollt. Bei Trockenheit bricht die Huthaut felderig auf. Am Hutrand zeigen sich oft faserige Velumreste.

 Die Lamellen sind weißlich, im Alter gelblich-bräunlich, ausgebuchtet angewachsen und mit Zahn herablaufend. Die Lamellenschneiden sind uneben und mit Zwischenlamellen versehen. Der Stiel ist weißlich, alt bräunlich mit vergänglich häutigem Ring. Unverletzt ist sein Geruch kakaoartig, gerieben ranzigmehlig. Das Sporenpulver wird mit rostbraun, graubraun sowie erdbraun beschrieben.

 Für Speisezwecke kann der Pilz in einem Mischgericht verwendet werden. Der Geschmack ist etwas mehlartig und bitter. Die Bitterkeit verliert sich jedoch beim Kochen. Außerdem wird der Voreilende Ackerling schnell madig.

 In der Literatur finden sich zum Voreilenden Ackerling keine besonderen Rezepte für ein Pilzgericht, da sein etwas bitterer und dumpfer Geschmack keinen besonders lohnenden Genuss darstellt.

 Verwechslungsgefahr besteht mit dem Krönchenträuschling, der keinen Mehlgeruch aufweist, sowie mit weißen Trichterlingen, die alle als giftig anzusehen sind.

 

 

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Pilz des Monats

Der folgende Text wurde mir freundlicherweise von meinem Pilzfreund Franz Meindl zur Verfügung gestellt (Pilzfreunde Landau), monatlich werden in der dortigen Presse die jeweiligen "Pilze des Monats" veröffentlicht.


Natur im Landkreis: Wer findet den Märzschneckling?

Bildunterschrift: Der seltene Märzschneckling gehört zu den Lamellenpilzen (Foto: Meindl)

Dingolfing/Landau: Zur Zeit geht kaum jemand zum Schwammerlsuchen in unsere Wälder. Wer es aber trotztdem tut, kann zur Zeit einen unserer seltensten Speisepilze finden - der Märzschneckling, wissenschaftlich Hygrophorus marzuolus. Laut Literatur erscheint er in Bergwäldern, kurz nach der Schneeschmelze. Bei uns im Landkreis dürfte es den Pilz eigentlich demnach nicht geben. Inzwischen ist dies durch mehrere Funde widerlegt . Mitglieder der Pilzgruppe Dingolfing-Landau entdeckten ihn erstmal 2009 in unserem Landkreis . Genau hinschauen muss man schon, um den dunkelgrauen Pilz mit grau-weißen Lamellen zu finden, denn oft schieben die in Nestern wachsenden Fruchtkörper nur die Erde etwas nach oben. Man verwechselt ihn dann leicht mit einer Wurzel oder einem Stein.

Der auf der Roten Liste stehende Märzschneckling liebt kalkreiche Böden. Sein Hut kann bis zu 15 cm Durchmesser erreichen. Der Hut ist jung gebuckelt, alt in der Mitte etwas eingesenkt und der Hutrand aufgeschlagen, eingewachsen bräunlich, faserig oder gefleckt. Der Geruch ist angenehm und der Geschmack mild. Er schmeckt ausgezeichnet, trotzdem darf man ihn wegen seiner Seltenheit nicht pflücken.

Heuer wurde diese mykologische Rarität bisher nur an 2 Stellen im Landkreis gefunden. Es ist aber zu vermuten, dass es ihn noch öfter in unseren Wäldern gibt. Wem also jetzt im Frühling zufällig bei Holzarbeiten oder bei einem Waldspaziergang die abgebildeten Pilze auffallen, der sollte sich an die Pilzgruppe wenden . Dabei ist der genaue Fundort nicht so wichtig. Es genügt eine ungefähre Ortsangabe für die Aufnahme in die Landkreis-Pilzkartierung. Vielleicht stellt sich dann heraus, dass der Pilz doch nicht so selten ist wie vermutet, sondern sich eben nur gut tarnt.


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