Pilz des Monats Juni 2020: der Rotfussröhrling

 

Pilz des Monats: Der Rotfußröhrling

 

 

 

Bildunterschrift: Der Rotfußröhrling kann bei feuchter Witterung auch im Sommer gefunden werden.

 

 

 

Durch die Niederschläge der letzten Tage lohnt sich ein Rundgang durch den Wald, ob nicht schon der ein oder andere Pilz-Fruchtkörper zu finden ist. Aktuell sind schon Pfifferlinge, Täublinge, Perlpilze sowie verschiedene Röhrlinge wie der Sommersteinpilz oder der hier beschriebene Rotfußröhrling zu finden. Der Rotfußröhrling ist ein sehr beliebter Speisepilz, viele Sammler sind der Meinung dass er unbedingt Bestandteil der „richtigen Schwammerlbrühe“ sein muß. Und weil er eigentlich keine gefährlich-giftigen Doppelgänger hat.

 

Und er kann auch ziemlich leicht erkannt werden. Der Gemeine oder Echte Rotfußröhrling (Xerocomellus chrysenteron, Syn.: Boletus chrysenteron und Xerocomus chrysenteron), bisweilen auch Rotfüßchen genannt, ist eine Pilzart aus der Familie der Dickröhrlingsverwandten. Früher wurde er in die Gattung der Filzröhrlinge (Xerocomus) eingeteilt. Der Hut ist 2-8 cm breit, bräunlich, an Fraßstellen rötlich werdend. Die Huthaut ist feinsamtig-filzig, bei Trockenheit oft felderig aufbrechend. Die Röhren sind gelblich, bei Druck mehr oder weniger blauend. Der Stiel ist gänzlich oder zumindest im unteren Teil rötlich überzogen. Das Fleisch ist gelblich, auch mehr oder weniger blauend, der Geschmack leicht säuerlich. Die Fruchtkörper wachsen von Juni bis November, vorwiegend auf sauren bis neutralen Böden, gerne bei Fichten aber auch bei Laubbäumen. Er ist also im Bayerwald bei feuchter Witterung ein häufig anzutreffender Pilz.

 

Obacht auf den oft auftretenden Schimmel bei den „Rotfüsschen“.Schon mehrfach bekam ich einen Korb voll Rotfüsschen vorgelegt die am Tag vorher gesammelt wurden aber schon komplett von Schimmel überzogen waren. Pilze die sich nach dem Zusammendrücken nicht mehr ausdehnen sind nicht mehr essbar! Schimmel bewirkt Lebensmittelvergiftungen, man schätzt dass ein Drittel der „Pilzvergiftungen“ gar keine Pilzvergiftungen sind, sondern Lebensmittelvergiftungen weil verschimmelte oder sonst allzu alte Pilze verzehrt wurden. Noch dazu kommt dass die Rotfüsschen oft vom gelben, sogenannten Goldschimmel befallen werden. Dieser Golschimmel ist giftig! Also: Hände weg von alten Pilzen, Pilze die leicht vom Schimmel befallen werden noch am selben Tag zubereiten. Ist auch nur an einer kleinen Stelle Schimmel sichtbar dann den ganzen Pilzkörper nicht mehr verwerten. Ist der Schimmel erstmal sichtbar so steckt der Schimmel schon im ganzen Pilz!

 

Aber nichts spricht dagegen einen schönen Korb junger und frischer Rotfüsschen zu einer wunderbaren Schwammerlbrühe zu verarbeiten. Es gibt eine Reihe weiterer Arten die zum Formenkreis des Rotfüsschens gehören. Diese unterscheiden sich durch mehr Rot im Hut, mehr Gelb in den Röhren, unterschiedlich starkes Bläuen oder dickere, festere Wuchsform. Diese Arten haben Namen wie „Falscher Rotfuß-Röhrling“, „Herbstfußröhrling“, „Blutroter Röhrling“ und mehr. Das Gute ist: sie sind alle essbar.