Pilz des Monats September 2019: der Goldröhrling

 

Straubing: Der kundige Pilzsammler weiß, dass manche Pilze nur oder meist bei bestimmten Bäumen zu finden sind da diese Bäume mit den Pilzen eine Symbiose eingehen, die sogenannte Mykorrhiza, von der beide profitieren. Dabei versorgt der Pilz den Baum mit Mineralstoffen und Wasser und bekommt dafür vom Baum Kohlenhydrate (Zucker) zurück. Daher werden Birkenwäldchen nach Birkenpilzen und Fichtenschonungen nach Fichten-Steinpilzen durchsucht. Da der Goldröhrling eine auffallende Erscheinung am Waldboden ist, passiert hier oft das Umgekehrte. Wenn ein Pilzkenner ihn entdeckt geht sein Blick unweigerlich nach Oben auf die Suche nach seinem Begleitbaum, denn der Goldröhrling bildet fast nur mit der Lärche eine Symbiose. Kaum verwunderlich dass der Goldröhrling (Suillus grevillei) daher auch Goldgelber Lärchenröhrling genannt wird.

 

Sein goldgelber Hut ist bei feuchtem Wetter schleimig, schmierig und klebrig, er gehört in die Gruppe der Schmierröhrlinge. Da er gerne mit anderen Pilzen verklebt liegt es nahe dass, nach eindeutiger Bestimmung, die Huthaut entfernt wird. Der Hut (3-15cm) ist anfangs halbkugelig, später ausgebreitet. Die gelben Röhren werden im Alter etwas bräunlich und verfärben sich bei Druck rosa bis bräunlich. Der Stiel (bis 3 cm breit) besitzt einen deutlichen, im Alter vergänglichen Ring. Dies unterscheidet den Goldröhrling von vielen anderen Röhrlingen wie z.B. Marone oder Steinpilz, diese besitzen keinen Ring. Der Stiel ist fleischig, voll und unterhalb des Ringes bräunlich gefasert. Der Geruch ist angenehm pilzig, der Geschmack ist etwas fade bis muffig. Von Juni bis Oktober findet man ihn meist gesellig bei Lärchen.

 

Der Goldröhrling ist essbar und wird von vielen Sammlern gerne gesammelt. Da aber mitunter Unverträglichkeiten nach dem Genuß dieses Pilzes aufgetreten sind sollte zunächst nur eine kleine Menge ausprobiert werden und auf ausreichende (mind. 15-20 min) Erhitzung geachtet werden. Bei kleinen Fruchtkörpern ist das Velum partiale noch vollständig ausgebildet und hängt wie ein „Vorhang“ vom Hutrand zum Stiel (aus diesem Velum wird später der Ring). Diese dünne Haut muß bei jungen Fruchtkörpern eingerissen werden damit man eindeutig die Röhren erkennen kann. Sollten nämlich statt der erwarteten Röhren plötzlich Lamellen zu sehen sein muss man den Pilz aussortieren, es könnte sich um einen giftigen Schleierling handeln.

 

Wenn Sie nicht sicher sind ob Sie einen Goldröhrling vor sich haben oder nicht dann fragen Sie bei Zweifeln lieber nach beim Pilzberater Dr. Klaus Breese aus Straubing. Tel. 0174 3039708.