Pilz des Monats Februar: Schmetterlingstramete

 

Pilz des Monats Februar:

 

Die Schmetterlingstramete: Dekopilz, Heilpilz und Umweltengifter

 

Bildunterschrift: Von dem schmetterlingshaften Aussehen seiner Fruchtkörper hat der Pilz seinen Namen (Foto:Meindl)

 

Wer jetzt durch den winterlichen Wald spazieren geht, kann an Laubholzstümpfen die Schmetterlingstramete (Trametes versicolor) entdecken. Es sind dünnfleischige , auffallend samtige zonierte, weißfleischige Fruchtkörper , die wie Blumenrosetten aussehen. Die Farbpalette reicht von blauschwarz, grünschwarz, rotschwarz. Dazwischen sind hellere, bräunliche Zonen. Der Hutrand ist weiß. Auf der Unterseite befindet sich eine weiße bis cremefarbene Röhrenschicht. Obwohl die Schmetterlingstramete nicht giftig ist, kann man sie nicht essen denn dafür ist sie viel zu zäh und geschmacklos. Gelegentlich sieht man diesen sehr schönen Pilz in floristischen Gestecken sowie auf Kunsthandwerker-und Christkindlmärkten. Was die Schmetterlingstramete aber besonders interessant macht, sind seine pharmakologisch wirksamen Inhaltstoffe. Die Schmetterlingstramete ist vermutlich der bestuntersuchte Pilz überhaupt. Seine Wirkung ist durch zahlreiche Studien und Forschungsreihen belegt. Vor allem in Asien werden zahlreiche Medikamente daraus hergestellt und bei einer ganzen Reihe von bösartigen Erkrankungen (Magen, Brust, Bauchspeicheldrüse, Darm, Lungen, Mund- und Rachenkrebs) eingesetzt. Die Inhaltstoffe stimulieren das Immunsystem und führen zum Absterben von Krebszellen. Sie wirken antiviral, werden zur Grippevorsorge, zur begleitenden Therapie bei Hepatitis und HIV- Infektionen eingesetzt. In asiatischen Ländern wird dieser Heilpilz zusätzlich bei der Chemo- und Strahlentherapie verwendet. Die kombinierte Anwendung soll das Immunsystem schützen und hat zur Folge, dass die herkömmliche Krebstherapie besser vertragen wird. Es erhöht sich der Behandlungserfolg und die Lebensqualität des Patienten. Da der dekorative Pilz bei uns in freier Natur an feuchten Stellen auf Baumstümpfen und Ästen häufig anzutreffen ist, kann man sich damit leicht selbst versorgen. Die Fruchtkörper sind verwendbar, solange die Poren weiß sind und sich auf der Oberseite keine Flechten und Moose befinden. Getrocknet und als Tee zubereitet kann man die Schmetterlingstramete als Erkältungstee versuchen, zur Geschmacksverbesserung kann man Honig oder einen anderen Kräutertee beigeben. Lagern sollte man den Pilz am besten gut getrocknet in einem dichten Glas, da dieser leicht von Käfern und Motten befallen wird. Neben der medizinischen Anwendung enthält der Pilz aber auch Inhaltstoffe, die von technischen Interesse sind. Der Pilz produziert Enzyme, die man nutzt um umweltbelastende Chemikalien in ihre Grundbausteine zu zerlegen. Möglicherweise kann die Schmetterlingstramete in Zukunft bei der Sanierung kontaminierter Böden oder von belasteten Abwasser Hilfe leisten. In der früheren DDR nutzte man die Schmetterlingstramete zur Herstellung von „Mycoholz“. Unter bestimmten Bedingungen verändert der Pilz die Struktur des Holzes derart, dass es nach der Behandlung formstabil bleibt. Mycoholz eignet sich zur Herstellung von Stiften, Linealen und anderen Zeichengeräten. Der Pilzbefall ändert das Wasserhaltevermögen des Holzes, weshalb es gerne zur Herstellung von Formen für die Glasindustrie benutzt wurde.