Pilz des Monats März: der Zunderschwamm

Der Zunderschwamm kann das ganze Jahr hindurch an Laubbäumen, vor allem Buchen und Birken, gefunden werden
Der Zunderschwamm kann das ganze Jahr hindurch an Laubbäumen, vor allem Buchen und Birken, gefunden werden

 

Pilz des Monats: Der Zunderschwamm

 

 

Der Zunderschwamm ist kein Speisepilz, das merkt man bereits wenn man die Fruchtkörper von den Baumstämmen lösen möchte. Knüppelhart, wie man so schön sagt, sind die Fruchtkörper. Und nur schwer vom Baumstamm abzulösen, oftmals nur unter Gebrauch von Werkzeug.

 

 

 

Und dennoch handelt es sich bei diesem Pilz um ein sehr begehrtes Objekt, seit wahrscheinlich schon tausenden von Jahren. Denn, wie der Name schon andeutet, konnte aus ihm der begehrte „Zunder“, das getrocknete, faserige Fleisch des Pilzes, hergestellt werden. Vergleichbar mit dem heutigen Streichholz, das etwa 1840 erfunden wurde konnten unsere Vorfahren dadurch ihr Feuer sozusagen auf Reisen mitnehmen. Mit Hilfe von Mineralien wie Pyrit und Quarz wurde durch Schlagen ein Funken erzeugt mit dem der Zunder (oftmals mit Salpeter getränkt) entflammt wurde. Mit weiterem trockenen Pflanzenmaterial konnte so ein Feuer entfacht werden, eine in früheren Zeiten lebenswichtige Kunst. Daher auch die Redensart etwas „brennt wie Zunder“. Der Gebrauch von Zunder lässt sich bis in die Steinzeit zurückverfolgen. Auch bei der Gletschermumie „Ötzi“ wurde Zunder und Pyrit gefunden. Wie wichtig die Zunderproduktion in früheren Zeiten in waldreichen, industriearmen Regionen war zeigt die Tatsache dass im Jahre 1875 alleine in der Gemeinde Todtnau (Schwarzwald) 40 Tonnen Zunder hergestellt wurden. Früher wurden auch verschiedene Kleidungsstücke wie Mützen oder Westen aus dem Zunderschwamm hergestellt.

 

 

 

Der Zunderschwamm (Fomes fomentarius) ist ein Parasit lebender Bäume, meist Buche oder Birke, er bewirkt eine intensive Weißfäule. Nach dem Absterben der Bäume wächst der Pilz noch lange Zeit saprob (zersetzend) weiter. Die konsolenförmigen, oftmals hufförmigen Fruchtkörper sind mehrjährige Gebilde und können im Durchmesser bis zu 30 cm erreichen. Die krustige Oberseite ist hellgrau oder blass bräunlich gefärbt und fein zoniert. Die Röhren auf der Unterseite haben eine braune Farbe und sind oft mehrfach geschichtet. Die Porenmündungen sind jung weiß bis hellgrau und bei Berührung braun verfärbend, später dunkelgrau oder bräunlich. Das Fleisch kann als zäh aber nicht völlig aushärtend beschrieben werden, frisch mit einem intensiven Geruch nach Gurke oder Wassermelone. Das Fleisch bildet nahe der Anwuchsstelle einen charakteristischen ca.10-20 mm dicken, weicheren, grob marmorierten Kern.

 

 

 

Früher wurde der Zunder bis ins 19. Jahrhundert in Apotheken als blutstillende Wundauflage unter der Bezeichnung Fungus chirurgorum (sog. Wundschwamm) verkauft. Er wurde früher in der traditionellen Volksmedizin innerlich bei Blasenleiden, schmerzhaften Regelblutungen und Hämorrhoiden eingesetzt. Die traditionelle chinesische Medizin setzt ihn gegen Lungenerkrankungen, Asthma und Magenverstimmungenein und empfiehlt ihn bei verschiedenen Krebsarten.

 

 

 

Verwechseln läßt sich der Zunderschwamm mit anderen holzbewohnenden Pilzen wie z.B. den Feuerschwämmen. Sie unterscheiden sich durch ihre feste, holzartige Konsistenz mit nicht eindrückbarer Hutkruste, die Fruchtkörper sind auch flacher und nicht hufeisenförmig. Darüber hinaus besteht eine Ähnlichkeit mit dem rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis pinicola), der allerdings meist an Nadelholz zu finden ist und eine hellere Trama und nicht verfärbende Poren aufweist. Junge Fruchtkörper könnten auch mit dem flachen Lackporling verwechselt werden. Diesem fehlt aber das typisch marmorierte Fleisch und das Wachstum geht sehr viel mehr in die Breite.

 

 

 

Daher lieber zuerst noch mal genau im Bestimmungsbuch nachlesen und bei Zweifeln den Pilzberater Dr. Klaus Breese aus Straubing kontaktieren. Tel. 0174 3039708.

 

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