Pilzexkursionen in der Umgebung von Straubing

22.09.2018 Pilzexkursion: Anmeldung über VHS Straubing-Bogen - Ausgebucht

29.09.2018 "Ein Nachmittag in den Schwammerln" . Anmeldung über die VHS Straubing - Ausgebucht

06.10.2018 "Auf Schwammerlpirsch im Bayerwald" Anmeldung über Umweltzentrum Schloss Wiesenfelden

13.10.2018 "Auf Schwammerlpirsch im Bayerwald" Anmeldung über Umweltzentrum Schloss Wiesenfelden

Körperpflegeprodukte selbst gemacht - eine Einführung (VHS Straubing)

Im Januar bis März 2018 gibt es wieder Einführungsworkshops zum Thema Körperpflegeprodukte selbst gemacht, jeweils freitags von 17 bis 19 Uhr, die Kurse sind immer sehr schnell ausgebucht. Wer hat sich nicht schon mal über die kryptischen Namen der Inhaltsstoffe von Körperpflegeprodukten gewundert und sich gewünscht, dass das doch vielleicht auch mit weniger Chemie zu bekommen sei. Nichts leichter als das! Im ersten Kurs werden wir eine Lotion, ein Deodorant und eine Pflegesalbe mit relativ einfachen Mitteln selbst herstellen. Im zweiten Kurs werden ein Shampoo, ein Duschgel und eine Zahncreme selbst hergestellt. Diese Produkte können problemlos zu Hause nachgemacht und dann an den persönlichen Geschmack bzw. Anforderungen angepasst werden. Anmeldung über die VHS-Straubing.

 

12. Oktober 2018 Kurs I: Lotion, Deodorant, Pflegesalbe

16. November Kurs II: Shampoo, Duschgel, Zahncreme

23. November Kurs I: Lotion, Deodorant, Pflegesalbe

14. Dezember Kurs II: Shampoo, Duschgel, Zahncreme

 


Wildkräuter-Spaziergänge in Zusammenarbeit mit der VHS-Straubing

Am 15. September 2018, von 9:30 - 11:30 Uhr führe ich einen Wildkräuterspaziergang an der Donau durch. Anmeldung über die VHS-Straubing.


Diese Seite befasst sich mit den Pilzen und Kräutern (aber auch Sträuchern und Bäumen) in Straubing und seinem weiteren Umland bis hin zum nahen Bayerischen Wald. Es geht um die Vielfalt und Schönheit unserer Natur, aber auch um die Nutzungsmöglichkeiten der Pilze und Kräuter in der Küche und für die Gesundheit und unser Wohlergehen.

 

Viel Spaß beim Stöbern auf diesen Seiten!

 


Hier die jeweils vier neuesten Einträge in meinen Blogs, schaut auch mal in den Kräuter- oder Pilzblog, dort kann man an den Einträgen sehr schön erkennen was in der Flora und in der Pilzwelt so über das Jahr hinweg los ist!

September-Pilze 2018

Trotz des sehr trockenen Sommers kann man aktuell doch so einiges an Pilzen in Wald und Flur finden. Anbei ein paar Impressionen.

Pilz des Monats September: Der Kahle Krempling


Straubing: Dieser Pilz ist der beste Beweis dass sich der Schwammerlsucher nicht nur auf das geerbte Pilzbuch der Oma verlassen soll, sondern alle paar Jahre ein neues Pilzbuch kaufen und lesen sollte. Früher war der Verkahlende oder kurz Kahle Krempling (Paxillus involutus) ein Marktpilz, man konnte ihn also käuflich erwerben und viele ältere Pilzsammler erinnern sich an häufige Kremplingsmahlzeiten in ihrer Jugend und auch noch später. Schon damals war bekannt dass der Pilz roh sehr giftig ist und er nur nach ausreichendem Erhitzen genossen werden kann. Vor einigen Jahren landete eine fünfköpfige Familie in Passau auf der Intensivstation nach dem Genuß nicht ordentlich erhitzter Kahler Kremplinge. Und seit einigen Jahren ist bekannt dass auch der Genuß des ausreichend erhitzten Pilzes das Risiko einer tödlichen, allergischen Reaktion beinhaltet, dem sogenannten Paxillus-Syndrom. Nach erstmaligem Genuß des Pilzes bildet der Körper Antikörper gegen bestimmte antigene Substanzen des Pilzes. Und bei wiederholtem Genuß des Pilzes, dieser kann auch erst Jahre später erfolgen, kann (muß aber nicht, das ist eine individuelle Reaktion) es zu der potentiell tödlichen, allergischen Reaktion kommen. Die Antikörper verbinden sich mit den Antigenen des Pilzes, lagern sich an die Oberfläche der roten Blutkörperchen und bringen diese zum Platzen. Eine sogenannte Hämolyse beginnt und kann in schweren Fällen zum Tode führen. Wer weiß wie viele Menschen früher Opfer dieser allergischen Reaktion gewesen sind bevor man diese als solche überhaupt erkannt hat?

Der Kahle Krempling ist ein recht häufiger Mykorrhizapilz der vor allem in sauren Nadelwäldern wie dem Bayerwald vorkommt. Er kann aber auch in Laubwäldern oder Parks gefunden werden, bei geeigneten Bedingungen (Feuchtigkeit) von Frühjahr bis Herbst. Charakteristisch ist der lange eingerollte Hutrand, daher der Name Krempling. Die Hutoberfläche ist bräunlich, bei Trockenheit leicht samtig, die Hutmitte ist später trichterförmig vertieft. Der Hut hat einen Durchmesser von bis zu ca. 15 cm, meist 5-10 cm. Die Lamellen zeigen gelbe bis braune Töne, bei Druck oder Schnitt zeigt sich schnell eine dunkelbraune Verfärbung. Charakteristisch ist auch, dass sich die Lamellen sehr leicht vom Hut ablösen lassen, z.B. bei Druck mit dem Fingernagel. Die Lamellen laufen weit am Stiel herab. Der Stiel ist 3-8 cm lang, 1-3 cm dick, gelb-bräunlich und auch bei Druck verfärbend. Der Geruch ist leicht säuerlich, das Fleisch ist hell aber dunkelt schnell nach. 


Wenn Sie nicht sicher sind ob Sie einen Kahlen Krempling vor sich haben oder nicht dann fragen Sie bei Zweifeln lieber nach beim Pilzberater Dr. Klaus Breese aus Straubing. Tel. 0174 3039708.


Pilz des Monats August: der Samtfußkrempling

 

Aktuell sind in Niederbayern kaum Pilze zu finden, allenfalls die nach einem Gewitterregen über Nacht auftauchenden Champignons oder Tintlinge. Es benötigt schon noch ausgiebigen Regen damit der Pilzsammler im Herbst auf eine lohnende Schwammerlpirsch gehen kann. Ein Pilz der auch etwas trockenere Bedingungen aushält ist der Samtfußkrempling (Tapinella atrotomentosa) der auf Nadelbaumstümpfen und deren Wurzeln wächst und somit auch im Bayerwald häufig gefunden werden kann. Der braun-feinsamtige, zunächst halkugelige und am Rand 'umgekrempelte' Hut schirmt im Alter auf und hat dann einen welligen Hutrand. Der Durchmesser des Hutes kann 30-40 cm erreichen, ein somit stattlicher Pilz. Ein Blick unter den Hut offenbart den anderen namensgebenden Teil des Pilzes: einen stämmigen, 2 - 10 cm langen Stiel der eine samtige, braune Oberfläche aufweist. Die Lamellen sind weißlich, hellgelb, bei Verletzung bräunend und laufen am Stiel herab. Das Fleisch ist hell, dickfleischig und im Geruch säuerlich.

 

Der Fund einiger dieser teils sehr schönen und großen Pilzkörper ließe das Herz eines Pilzsammlers in die Höhe springen, gäbe es da nicht ein Problem: der Pilz wird in den Pilzbüchern mit dem Adjektiv „Ungenießbar“ bezeichnet. Nun, was bedeutet das? Dieser Pilz ist roh giftig aber abgekocht essbar, nur eben auch dann bitter. Er gilt deswegen als sogenannter „Kriegspilz“, d.h. zu Kriegszeiten, wenn es gar nix zu essen gibt würde man ihn durchaus essen. Der Autor dieser Zeilen selbst hat aus jungen Fruchtkörpern des Samtfußkremplings nach 20 minütigem Abkochen und entsprechendem Anrichten (Essig, Öl, Gurke etc.) eine Art Bayerischen Wurstsalat (nur eben ohne Wurst) kreiert. Die Geschmäcker sind verschieden und während die einen eine schwache Bitterkeit durchaus angenehm empfinden wählen die anderen lieber den Ausruf „Pfui Deifl“ um den Geschmack zu beschreiben. Vielleicht kommt irgendwann ein berühmter Sternekoch auf die Idee diese leichte Bitterkeit als hervorragendes Qualitätsmerkmal und wichtige Ernährungs- und Geschmackskomponente zu definieren, der Rucola läßt grüßen. Nach dem Abkochen wird natürlich das Kochwasser verworfen und, siehe da, es ist tiefviolett. Dieses Wasser läßt sich zum Färben von Wolle benutzen, je nach vorheriger Beize erhält man blaue bis violette Farben.

 

Der Samtfußkrempling ist verwechselbar mit anderen Kremplingen wie dem Kahlen Krempling, einem roh sehr giftigen und im erhitzten Zustand für tödlich verlaufende, allergische Erkrankungen verantwortlichen Pilz. Der Kahle Krempling ist der „Pilz des Monats September“, da erfahren sie dann mehr über diesen üblen Gesellen.

 

 

 

Wenn Sie nicht sicher sind ob Sie einen Samtfußkrempling vor sich haben oder nicht dann fragen Sie bei Zweifeln lieber nach beim Pilzberater Dr. Klaus Breese aus Straubing. Tel. 0174 3039708.

 

Pilz des Monats Februar: Schmetterlingstramete

 

Pilz des Monats Februar:

 

Die Schmetterlingstramete: Dekopilz, Heilpilz und Umweltengifter

 

Bildunterschrift: Von dem schmetterlingshaften Aussehen seiner Fruchtkörper hat der Pilz seinen Namen (Foto:Meindl)

 

Wer jetzt durch den winterlichen Wald spazieren geht, kann an Laubholzstümpfen die Schmetterlingstramete (Trametes versicolor) entdecken. Es sind dünnfleischige , auffallend samtige zonierte, weißfleischige Fruchtkörper , die wie Blumenrosetten aussehen. Die Farbpalette reicht von blauschwarz, grünschwarz, rotschwarz. Dazwischen sind hellere, bräunliche Zonen. Der Hutrand ist weiß. Auf der Unterseite befindet sich eine weiße bis cremefarbene Röhrenschicht. Obwohl die Schmetterlingstramete nicht giftig ist, kann man sie nicht essen denn dafür ist sie viel zu zäh und geschmacklos. Gelegentlich sieht man diesen sehr schönen Pilz in floristischen Gestecken sowie auf Kunsthandwerker-und Christkindlmärkten. Was die Schmetterlingstramete aber besonders interessant macht, sind seine pharmakologisch wirksamen Inhaltstoffe. Die Schmetterlingstramete ist vermutlich der bestuntersuchte Pilz überhaupt. Seine Wirkung ist durch zahlreiche Studien und Forschungsreihen belegt. Vor allem in Asien werden zahlreiche Medikamente daraus hergestellt und bei einer ganzen Reihe von bösartigen Erkrankungen (Magen, Brust, Bauchspeicheldrüse, Darm, Lungen, Mund- und Rachenkrebs) eingesetzt. Die Inhaltstoffe stimulieren das Immunsystem und führen zum Absterben von Krebszellen. Sie wirken antiviral, werden zur Grippevorsorge, zur begleitenden Therapie bei Hepatitis und HIV- Infektionen eingesetzt. In asiatischen Ländern wird dieser Heilpilz zusätzlich bei der Chemo- und Strahlentherapie verwendet. Die kombinierte Anwendung soll das Immunsystem schützen und hat zur Folge, dass die herkömmliche Krebstherapie besser vertragen wird. Es erhöht sich der Behandlungserfolg und die Lebensqualität des Patienten. Da der dekorative Pilz bei uns in freier Natur an feuchten Stellen auf Baumstümpfen und Ästen häufig anzutreffen ist, kann man sich damit leicht selbst versorgen. Die Fruchtkörper sind verwendbar, solange die Poren weiß sind und sich auf der Oberseite keine Flechten und Moose befinden. Getrocknet und als Tee zubereitet kann man die Schmetterlingstramete als Erkältungstee versuchen, zur Geschmacksverbesserung kann man Honig oder einen anderen Kräutertee beigeben. Lagern sollte man den Pilz am besten gut getrocknet in einem dichten Glas, da dieser leicht von Käfern und Motten befallen wird. Neben der medizinischen Anwendung enthält der Pilz aber auch Inhaltstoffe, die von technischen Interesse sind. Der Pilz produziert Enzyme, die man nutzt um umweltbelastende Chemikalien in ihre Grundbausteine zu zerlegen. Möglicherweise kann die Schmetterlingstramete in Zukunft bei der Sanierung kontaminierter Böden oder von belasteten Abwasser Hilfe leisten. In der früheren DDR nutzte man die Schmetterlingstramete zur Herstellung von „Mycoholz“. Unter bestimmten Bedingungen verändert der Pilz die Struktur des Holzes derart, dass es nach der Behandlung formstabil bleibt. Mycoholz eignet sich zur Herstellung von Stiften, Linealen und anderen Zeichengeräten. Der Pilzbefall ändert das Wasserhaltevermögen des Holzes, weshalb es gerne zur Herstellung von Formen für die Glasindustrie benutzt wurde. 

 

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