Diese Seite befasst sich mit den Pilzen und Kräutern (aber auch Sträuchern und Bäumen) in Straubing und seinem weiteren Umland bis hin zum nahen Bayerischen Wald. Es geht um die Vielfalt und Schönheit unserer Natur, aber auch um die Nutzungsmöglichkeiten der Pilze und Kräuter in der Küche und für die Gesundheit und unser Wohlergehen.

 

Viel Spaß beim Stöbern auf diesen Seiten!

 



Wildkräuter-Spaziergänge in Zusammenarbeit mit der VHS-Straubing

Am folgenden Termin führe ich einen Wildkräuterspaziergang an der Donau durch. Anmeldung über die VHS-Straubing. Von 9:30 bis 11:30 Uhr.

 

05. September 2020: Wildkräuterspaziergang

 

 


Pilzexkursionen in der Umgebung von Straubing

Die Termine für 2020 stehen teilweise schon fest, hier eine Übersicht über die Termine 2020:

 

27.09.2020 "Auf Schwammerlpirsch im Bayerwald" Anmeldung über Umweltzentrum Schloss Wiesenfelden

03.10.2020  "Auf Schwammerlpirsch im Bayerwald" Anmeldung über Umweltzentrum Schloss Wiesenfelden

11.10.2019 "Auf Schwammerlpirsch im Bayerwald" Anmeldung über Umweltzentrum Schloss Wiesenfelden

18.10.2019 "Ein Nachmittag in den Schwammerln" . Anmeldung über die VHS Straubing


Winterpilz-Exkursionen in Straubing

Termine für November/Dezember 2020 werden kurzfristig bekanntgegeben.

Samstag, den 23. November 2019: 10-12 Uhr, Treffpunkt an der Nepomuk-Statue an der Schloßbrücke in Straubing. Anmeldung nur über die VHS Straubing möglich.

 


Körperpflegeprodukte selbst gemacht - eine Einführung (VHS Straubing)

Im Oktober bis November 2019 gibt es wieder Einführungsworkshops zum Thema Körperpflegeprodukte selbst gemacht, jeweils freitags von 17 bis 19 Uhr, die Kurse sind immer sehr schnell ausgebucht. Wer hat sich nicht schon mal über die kryptischen Namen der Inhaltsstoffe von Körperpflegeprodukten gewundert und sich gewünscht, dass das doch vielleicht auch mit weniger Chemie zu bekommen sei. Nichts leichter als das! Im ersten Kurs werden wir eine Lotion, ein Deodorant und eine Pflegesalbe mit relativ einfachen Mitteln selbst herstellen. Im zweiten Kurs werden ein Shampoo, ein Duschgel und eine Zahncreme selbst hergestellt. Diese Produkte können problemlos zu Hause nachgemacht und dann an den persönlichen Geschmack bzw. Anforderungen angepasst werden. Anmeldung über die VHS-Straubing.

 

Aktuell wegen Corona leider keine Kurse zu Körperpflegeprodukten!

 

 

11. Oktober 2019 Kurs I: Lotion, Deodorant, Pflegesalbe

25. Oktober 2019 Kurs II: Shampoo, Duschgel, Zahncreme

15. November 2019 Kurs I: Lotion, Deodorant, Pflegesalbe

29. November 2019 Kurs II: Shampoo, Duschgel, Zahncreme

 


Hier die jeweils vier neuesten Einträge in meinen Blogs, schaut auch mal in den Kräuter- oder Pilzblog, dort kann man an den Einträgen sehr schön erkennen was in der Flora und in der Pilzwelt so über das Jahr hinweg los ist!

Pilz des Monats Juli 2020: der Fransige Wulstling

 

Pilz des Monats Juli:Der Fransige Wulstling

 

Bildunterschrift: Der Fransige Wulstling ist ein stattlicher Pilz.

 

 

 

Der aktuelle Sommer ist sicherlich nicht der heisseste aber bestimmt ein Sommer nach dem Geschmack des Pilzsammlers. Immer wieder zieht ein neues Tiefdruckgebiet über die Region und bringt Regen mit sich. So lassen sich, im Gegensatz zu den letzten, sehr trockenen und heissen Sommern, bisher immer wieder Pilzfruchtkörper finden. Die meisten Pilze, wie auch unsere Wälder, leiden unter dem aktuellen Klimawandel. Sie sind häufigere und ergiebigere Niederschläge gewohnt. So gesehen haben wir aktuell einen „normalen“ Sommer wie früher. Schließlich ist unsere Natur in Deutschland so üppig und grün weil wir eigentlich im Sommer die meisten Niederschläge haben, das hat so mancher nach den letzten Dürre-Sommern leider vergessen.

 

Ein Profiteur des Klimawandels dagegen ist der wärmeliebende Fransige Wulstling (Amanita strobiliformis), wegen seiner Eigenschaft oft einzeln aufzutreten auch Einsiedlerwulstling genannt. Ursprünglich aus dem warmen Mittelmeergebiet stammend breitet er sich, wärme- und recht trockentolerant, immer mehr auch nördlich der Alpen aus. Hier bei uns findet man ihn als Mykorrhiza-Pilz meist mit Laubbäumen vergesellschaftet in Wäldern aber auch gerne in Gärten und Parks.

 

Er ist eine stattliche Erscheinung: der Hut ist bis 25 cm breit, weißlich mit weißen Flocken besetzt und am Rand hängen oft Velumreste herab, die „Fransen“ aus seinem Namen. Die Lamellen sind ebenfalls weiß, sind frei bis wenig angewachsen und besitzen eine feine, schartige Schneide. Auch der Stiel ist wie weißlich, 2-4 cm dick und bis zu 20 cm lang. Er besitzt eine rübenartige, knollige Stielbasis, die nicht bescheidet ist. Der Ring ist mehlig-flockig, an der Oberseite gerieft und ist oft unvollständig oder fehlt. Der Geruch schwankt von neutral bis hin zu angenehm nussartig, der Geschmack ist mild.

 

War der Fransige Wulstling früher eine Seltenheit den man deswegen eher schonen sollte so kann man diesen guten Speisepilz aktuell guten Gewissens einsammeln, er wird immer häufiger gefunden.

 

Aber Obacht! Es ist ja ein Pilz der Gattung Amanita, in der es von sehr giftigen Pilzen wie den Knollenblätterpilzen und dem Pantherpilz nur so wimmelt!

 

 

 

Deshalb: Wenn Sie nicht sicher sind ob Sie einen Fransigen Wulstling vor sich haben oder nicht dann fragen Sie bei Zweifeln lieber nach beim Pilzberater Dr. Klaus Breese aus Straubing. Tel. 0174 3039708.

 

 

 

 

 

Pilz des Monats Juni 2020: der Rotfussröhrling

 

Pilz des Monats: Der Rotfußröhrling

 

 

 

Bildunterschrift: Der Rotfußröhrling kann bei feuchter Witterung auch im Sommer gefunden werden.

 

 

 

Durch die Niederschläge der letzten Tage lohnt sich ein Rundgang durch den Wald, ob nicht schon der ein oder andere Pilz-Fruchtkörper zu finden ist. Aktuell sind schon Pfifferlinge, Täublinge, Perlpilze sowie verschiedene Röhrlinge wie der Sommersteinpilz oder der hier beschriebene Rotfußröhrling zu finden. Der Rotfußröhrling ist ein sehr beliebter Speisepilz, viele Sammler sind der Meinung dass er unbedingt Bestandteil der „richtigen Schwammerlbrühe“ sein muß. Und weil er eigentlich keine gefährlich-giftigen Doppelgänger hat.

 

Und er kann auch ziemlich leicht erkannt werden. Der Gemeine oder Echte Rotfußröhrling (Xerocomellus chrysenteron, Syn.: Boletus chrysenteron und Xerocomus chrysenteron), bisweilen auch Rotfüßchen genannt, ist eine Pilzart aus der Familie der Dickröhrlingsverwandten. Früher wurde er in die Gattung der Filzröhrlinge (Xerocomus) eingeteilt. Der Hut ist 2-8 cm breit, bräunlich, an Fraßstellen rötlich werdend. Die Huthaut ist feinsamtig-filzig, bei Trockenheit oft felderig aufbrechend. Die Röhren sind gelblich, bei Druck mehr oder weniger blauend. Der Stiel ist gänzlich oder zumindest im unteren Teil rötlich überzogen. Das Fleisch ist gelblich, auch mehr oder weniger blauend, der Geschmack leicht säuerlich. Die Fruchtkörper wachsen von Juni bis November, vorwiegend auf sauren bis neutralen Böden, gerne bei Fichten aber auch bei Laubbäumen. Er ist also im Bayerwald bei feuchter Witterung ein häufig anzutreffender Pilz.

 

Obacht auf den oft auftretenden Schimmel bei den „Rotfüsschen“.Schon mehrfach bekam ich einen Korb voll Rotfüsschen vorgelegt die am Tag vorher gesammelt wurden aber schon komplett von Schimmel überzogen waren. Pilze die sich nach dem Zusammendrücken nicht mehr ausdehnen sind nicht mehr essbar! Schimmel bewirkt Lebensmittelvergiftungen, man schätzt dass ein Drittel der „Pilzvergiftungen“ gar keine Pilzvergiftungen sind, sondern Lebensmittelvergiftungen weil verschimmelte oder sonst allzu alte Pilze verzehrt wurden. Noch dazu kommt dass die Rotfüsschen oft vom gelben, sogenannten Goldschimmel befallen werden. Dieser Golschimmel ist giftig! Also: Hände weg von alten Pilzen, Pilze die leicht vom Schimmel befallen werden noch am selben Tag zubereiten. Ist auch nur an einer kleinen Stelle Schimmel sichtbar dann den ganzen Pilzkörper nicht mehr verwerten. Ist der Schimmel erstmal sichtbar so steckt der Schimmel schon im ganzen Pilz!

 

Aber nichts spricht dagegen einen schönen Korb junger und frischer Rotfüsschen zu einer wunderbaren Schwammerlbrühe zu verarbeiten. Es gibt eine Reihe weiterer Arten die zum Formenkreis des Rotfüsschens gehören. Diese unterscheiden sich durch mehr Rot im Hut, mehr Gelb in den Röhren, unterschiedlich starkes Bläuen oder dickere, festere Wuchsform. Diese Arten haben Namen wie „Falscher Rotfuß-Röhrling“, „Herbstfußröhrling“, „Blutroter Röhrling“ und mehr. Das Gute ist: sie sind alle essbar.

 

 

 

 

 

Pilz des Monats April 2020: der Rissige Ackerling

 

Aktuell leidet der Pilzfreund genau wie der Landwirt, es ist einfach zu trocken für gutes Pflanzen- bzw. Pilzwachstum. Es bedarf jetzt einiger verregneter Tage damit die Pflanzen und auch die Pilze anfangen zu sprießen. In diesen Monaten fiebert der Pilzsammler natürlich den Morcheln entgegen aber auch der ein oder andere überraschende Fund läßt das Herz höher schlagen. So erreichen mich in dieser Jahreszeit auch immer wieder Telefonanrufe wegen und Handybilder mit Pilzen in oft großer Anzahl auf Äckern. Eine der Pilzarten die in dieser Zeit und in diesem Habitat vorkommen ist der Rissige Ackerling (Agrocybe dura), auch Weißer Ackerling genannt. Auf Wiesen, in Parkanlagen, auf Grünstreifen aber insbesondere auf Äckern mit Senf oder Raps als abgestorbener Winterbegrünung taucht der Rissige Ackerling teils in großer Zahl auf. Er ist licht- und trockenliebend sowie tolerant gegenüber Stickstoff im Boden. Interessanterweise enthält der Pilz das Antibiotikum Agrocybin.

 

Der Rissige Ackerling ist ein mittelgroßer Pilz und erinnert von weitem an einen weißen Champignon, der Wiesenchampignon kann durchaus zeitgleich mit dem Rissigen Ackerling auftreten. Der Hut ist weißlich bis gelblich, zwischen ca. 2 – 10 cm breit, am Rand teils mit herabhängenden Velumresten. Bei Trockenheit reißt der Hut felderig-rissig auf was zu seinem Namen führte. Die Lamellen sind am Stiel angewachsen, von der Farbe her zunächst beige oder violettgrau, später tabakbraun oder erdbraun aber nicht so rosa bis schokoladenbraun wie bei den Champignons. Der Stiel ist weißlich, etwas flockig und besitzt eine schwach ausgebildete Ringzone. Das Fleisch ist fest, der Geruch ist kakaoartig oder schwach mehlig, im Anschnitt wie zerdrücktes Gras. Der Geschmack ist mild bis schwach mehlig. Er erscheint vom Frühjahr bis in den Sommer, gegen Spätherbst immer seltener. Er ist ein Speisepilz und sollte, wie alle Pilze, bei der ersten Zubereitung zunächst in geringer Menge probiert werden. Zu beachten ist in diesem Fall auch ob der Acker bzw. angrenzende Äcker eventuell mit Pestiziden bearbeitet wurden, dann ist natürlich von einem Genuß dieses Pilzes abzuraten.

 

Der Rissige Ackerling läßt sich mit einigen anderen Arten verwechseln wie dem Voreilenden Ackerling (eßbar) oder dem Krönchenträuschling (giftig).

 

Deshalb: Wer sich bei der Bestimmung des Pilzes nicht sicher ist, kann sich an den Straubinger Pilzberater Dr. Klaus Breese Tel. 0174 3039708 wenden.

 

Pilz des Monats November 2019 - der Grünspanträuschling

 

Auf der Suche nach Steinpilz, Zigeuner und Reherl begegnet der Pilzsammler so manchem Pilz dessen Aussehen ihn staunen läßt. Zu diesen Pilzen gehört der Grünspanträuschling (Stropharia aeruginosa). Das Blaugrün des Hutes dieses im Spätherbst erscheinenden Pilzes ist einzigartig, der Fruchtkörper eine wahre kleine Schönheit unserer Wälder. Es gibt also nicht nur Pilze für wahre Gaumenfreuden sondern auch Pilze die einen wahren Augenschmaus darstellen. Die Schönheit der Natur als Nahrung für unsere Seele.

 

Wer den Grünspanträuschling einmal gefunden hat wird sein Erscheinungsbild daher nicht so schnell vergessen. Der Hut ist ca. 15-60 mm breit, in der Jugend halbkugelig und schirmt später auf. Der Hut ist schleimig, klebrig und besitzt weiße Flocken die aber auch vom Regen abgewaschen sein können. Der schlanke Stiel (2-8 cm lang) ist weiß mit blauen Tönen und besitzt einen Ring. Oberhalb des Ringes ist der Stiel glatt, unterhalb weißflockig. Bei oberflächlichem Beschau könnte man den Grünspanträuschling als blaugrüne Variante eines kleinen Fliegenpilz halten. Aber spätestens ein Blick unter den Hut belehrt eines besseren. Die Lamellen sind in der Jugend gräulich und verfärben sich bis ins Alter ins Dunkelviolettbraune. Der Geruch ist etwas muffig, das Fleisch weiß mit leichten Blautönen und der Geschmack mild. Man traut sich gar nicht zu sagen dass dieses kleine Kunstwerk essbar ist. Als Mischpilz gut verwendbar wird der Geschmack des Pilzes als Einzelgericht verschieden beurteilt, von gut bis aufdringlich unangenehm. Manche Autoren halten ihn gar für giftig, was aber nicht belegt ist. Sollte man ihn sammeln empfiehlt es sich die klebrige Huthaut abziehen.

 

 

 

Wenn Sie nicht sicher sind ob Sie einen Grünspanträuschling vor sich haben oder nicht dann fragen Sie bei Zweifeln lieber nach beim Pilzberater Dr. Klaus Breese aus Straubing. Tel. 0174 3039708.

 

 

 

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